Datum: 30. Juni 2025
Der ehemalige schwedische Judo-Nationaltrainer Wolfgang Biedron (7. Dan) gab bei seiner Deutschlandtour bei der Judo-Abteilung des TSV Tauberbischofsheim zwei Lehreinheiten für die wettkampforientierte Jugendgruppe als auch bei den Erwachsenen.
Überraschend war schon die Ankündigung, denn diese kam über USA-Nationalcoach Eberhard Kieslich (7. Dan) vom Partnerschaftsclub Toshi-Dojo Brandenburg. Wolfgang Biedron (74 Jahre), ein äußerst international erfolgreicher Judoka, war zuletzt Nationaltrainer von Schweden. Seine sportlichen Erfolge sind unter anderem der Gewinn der Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1977. Dazu kamen siebte Plätze bei der Weltmeisterschaft 1979 und bei Olympia 1980. Als Sieger ging er jeweils hervor bei den Britisch Open London, Dutch Open Kerkrade, German Open Hamburg und weitere zahlreiche Platzierungen auf europäischer Ebene. Auch war er maßgeblich beteiligt am Aufstieg des TSV Lohr in die 1. Judo-Bundesliga 1972. Mitte der 70er Jahre zog es ihn dann nach Schweden, dort gründete er seinen eigenen Judoclub Sundsvall. Als international anerkannter und erfolgreicher Judoka übernahmen er einige Jahre später das Amt als Nationaltrainer von Schweden und zwischendurch auch von Norwegen. Erst vor kurzem erhielt er in Schweden den Preis für den Enthusiasten des Jahres in der Kategorie „Leader“.
Das Treffen bei der TSV Judo-Abteilung kam sehr kurzfristig zustande, denn Biedron traf sich wieder einmal in Lohr mit seinen Alterskameraden. Die TSVler nahmen natürlich die Gunst der Stunde wahr, um mit einem welterfahrenen Trainer zu üben. Auf dem Programm standen Judo-Techniken im Stand und Boden. Nach dem Aufwärmen in den einzelnen Trainingsgruppen demonstrierte er Kumi-Kata Wettkampfversionen von Tai-Otoshi, mit denen er früher erfolgreich war. Im Boden ging es dann mit Hebel-und Würgetechniken weiter. Aufgrund der relativ kurzen Zeit konnten die Wiederholungen nicht so intensiv geübt werden, wie es sich der ehemalige Nationaltrainer vorstellte. Er gab jedoch den Hinweis, dass man in jeder Trainingseinheit mehrmals neu Erlerntes üben muss, damit man dies auch im Wettkampf anwenden kann.
Im Anschluss der letzten Lehreinheit hatte ein jeder Teilnehmer die Möglichkeit sich mit ihm über Judo auszutauschen und einige holten sich noch so einige Tipps zur Verbesserung der eigenen Technik. Wolfgang Biedron versprach, wenn er wieder nach Deutschland komme, werde er abermals bei der TSV Judo-Abteilung vorbeischauen.


